NEUROLOGIE & PSYCHOSOMATIK

Behandlungs­schwerpunkte unserer Praxis

Einblicke in unsere neurologischen und psychosomatischen Behandlungsschwerpunkte – von Schlaganfallmedizin über Bewegungsstörungen bis hin zu psychosomatischen Beschwerdebildern.

Neurologische Behandlungs­schwerpunkte

Schlaganfallmedizin

Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das häufig mit Unsicherheiten und vielen Fragen verbunden ist. Umso wichtiger ist eine strukturierte Betreuung – von der Prävention bis zur Nachsorge.

Die Vor- und Nachsorge beim Schlaganfall ist entscheidend, um das Risiko eines Erst- oder Wiederholungsereignisses zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zur Vorsorge gehören die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Herzrhythmusstörungen sowie eine gesunde Lebensweise. Die Nachsorge umfasst eine strukturierte Rehabilitation, regelmäßige ärztliche Kontrollen, medikamentöse Sekundärprävention und die Unterstützung bei körperlichen, sprachlichen und kognitiven Einschränkungen, um eine bestmögliche Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.

Die Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien ist ein wichtiges Untersuchungsverfahren in der Schlaganfallnachsorge. Sie ermöglicht die nichtinvasive Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße, insbesondere zur Erkennung von Gefäßverengungen (Stenosen), Verschlüssen oder arteriosklerotischen Veränderungen. Durch regelmäßige Kontrollen können das Risiko eines erneuten Schlaganfalls besser eingeschätzt, therapeutische Maßnahmen angepasst und der Verlauf gefäßbedingter Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. (siehe auch Leistungsspektrum)

Zur Behandlung von spastischen Bewegungsstörungen nach einem Schlaganfall wird Botulinumtoxin gezielt zur Muskelentspannung eingesetzt. Durch die lokale Injektion in überaktive Muskeln kann die Spastik reduziert, Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit sowie Pflege- und Therapie¬fähigkeit verbessert werden. Die Behandlung erfolgt meist ergänzend zur Physiotherapie und trägt dazu bei, die Funktion im Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.

Bewegungs­störungen

Die Diagnostik und Behandlung neurologischer Bewegungsstörungen umfasst die sorgfältige klinische Untersuchung, ergänzt durch bildgebende und elektrophysiologische Verfahren, um Ursachen wie Parkinson-Syndrome, Dystonien oder Tremor zu identifizieren. Zur Behandlung werden Injektionstherapien wie Botulinumtoxin, physio- und ergotherapeutische Maßnahmen sowie in ausgewählten Fällen operative Verfahren eingesetzt.

Parkinson-Syndrome sind neurologische Erkrankungen, die durch Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit, Zittern und Haltungsinstabilität gekennzeichnet sind. Neben dem idiopathischen Parkinson-Syndrom zählen auch atypische und sekundäre Formen dazu, die sich in Verlauf und Therapie unterscheiden. Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste medikamentöse Behandlung können die Symptome lindern, die Selbstständigkeit erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Dystonien sind neurologische Bewegungsstörungen, die sich durch unwillkürliche, anhaltende oder wiederkehrende Muskelkontraktionen äußern und zu Fehlhaltungen oder abnormen Bewegungen führen. Sie können fokal, segmental oder generalisiert auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Die Behandlung richtet sich nach Art und Ausprägung der Dystonie und umfasst unter anderem Botulinumtoxin-Therapie, medikamentöse Maßnahmen sowie unterstützende Therapien.

Botulinumtoxin ist eine bewährte Therapie bei verschiedenen neurologischen Bewegungsstörungen wie Dystonien, Spastizität oder Tremor. Durch die gezielte Injektion in betroffene Muskeln wird die übermäßige Muskelaktivität vorübergehend gehemmt, wodurch Bewegungsabläufe erleichtert und Schmerzen reduziert werden können. Dabei wird das Toxin ultraschallgesteuert in definierte Muskelgruppen injiziert, wo es die Weiterleitung von Nervensignalen an den Muskel vorübergehend blockiert. Die Behandlung ist gut verträglich, individuell anpassbar und wird häufig mit physio- oder ergotherapeutischen Maßnahmen kombiniert.

Kopfschmerzen

Die Kopfschmerzbehandlung zielt auf eine präzise Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie ab, um Häufigkeit, Intensität und Dauer der Beschwerden zu reduzieren. Je nach Kopfschmerzform, wie Migräne, Spannungskopfschmerz oder Cluster-Kopfschmerz, kommen medikamentöse Therapien, nicht-medikamentöse Maßnahmen sowie Beratung zu Lebensstil und Auslösern zum Einsatz.

Die Behandlung der Migräne basiert auf einer individuellen Kombination aus Akuttherapie und vorbeugenden Maßnahmen. Zur Akutbehandlung werden je nach Schweregrad Schmerzmittel, Triptane oder andere spezifische Medikamente eingesetzt, während bei häufigen oder schweren Verläufen eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll ist. Neben den etablierten medikamentösen Verfahren kommen moderne Antikörpertherapien zum Einsatz. Botulinumtoxin ist eine Therapieoption bei chronischer Migräne, insbesondere wenn andere medikamentöse Behandlungen nicht ausreichend wirksam sind oder schlecht vertragen werden. Durch gezielte Injektionen in definierte Kopf- und Nackenmuskeln kann die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle deutlich reduziert werden. Ergänzend spielen Aufklärung, das Erkennen von Auslösern und Lebensstilmaßnahmen eine wichtige Rolle, um die Anfallshäufigkeit zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Psychosomatische Behandlungs­schwerpunkte

Neurologisch bedingte Beschwerden und psychische Prozesse stehen häufig in enger Wechselwirkung. In der neurologischen Psychosomatik betrachten wir daher nicht nur einzelne Symptome, sondern den Menschen in seiner gesamten körperlichen, psychischen und sozialen Situation. Dabei werden neben den neurologischen Befunden auch aktuelle und gegebenenfalls biografische Belastungen und traumatische Erfahrungen berücksichtigt, da sie die Verbreitung von Stress, die Körperwahrnehmung und die Funktionsweise des Nervensystems nachhaltig beeinflussen können.

Ziel ist es Zusammenhänge nachvollziehbar zu erklären und gemeinsam individuelle Wege zur nachhaltigen Verbesserung der Beschwerden zu entwickeln.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen sind mehr als ein dauerhaftes Schmerzsignal. Im Verlauf können sich Veränderungen im Nervensystem, im Bewegungsverhalten, im Schlaf, in der Stimmung sowie in der Körperwahrnehmung entwickeln. Eine moderne Schmerztherapie berücksichtigt daher biologische, psychische und soziale Einflussfaktoren gleichermaßen.

Chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten anhaltenden Schmerzsyndromen.

Neben strukturellen Veränderung spielen oft auch muskuläre Anspannung, Bewegungsvermeidung, Stress und eine erhöhte Sensibilisierung des Nervensystems eine wichtige Rolle. Psychische Belastungen oder traumatische Erfahrungen können die Schmerzverarbeitung zusätzlich verstärken und zu einer anhaltenden Schmerzspirale beitragen. Eine erfolgreiche Behandlung setzt daher nach der Diagnostik auf ein multimodales Konzept aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Schmerzbewältigung Physio- und Sporttherapie sowie psychoedukativen Ansätzen, manchmal ist auch eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll.

Die Fibromyalgie ist ein komplexes chronisches Schmerzsyndrom, das mit Muskel und Weichteilschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen kann. Im Zentrum steht häufig eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit. Auch Stress, emotionale Belastungen und traumatische Erfahrungen können die Schmerzsymptomatik beeinflussen und verstärken. Die Behandlung erfordert ein ganzheitliches Vorgehen mit körperlicher Aktivierung, Stressregulation, edukative Maßnahmen und ggf. psychotherapeutischer Begleitung.

Chronische Kopfschmerzen, insbesondere Spannungskopfschmerzen und Migräne, entstehen häufig durch ein Zusammenspiel von neurologischen, muskulären und psychosozialen Faktoren. Anhaltender Stress, Schlafstörungen, emotionale Belastungen oder traumatische Erfahrungen können die Häufigkeit und Intensität der Beschwerden beeinflussen. Im Verlauf kann es zu einer Sensibilisierung des Schmerzsystems kommen. Eine wirksame Therapie umfasst neben medikamentösen Ansätzen auch Entspannungsverfahren, Stressbewältigung und ggf. psychotherapeutische Unterstützung.

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS), auch Sudeckerkrankung genannt, ist eine chronische Schmerzerkrankung, die häufig nach Verletzungen oder Operationen auftritt. Charakteristisch sind starke Schmerzen, Schwellungen, Veränderungen der Hautdurchblutung sowie motorische Einschränkungen. Neben peripheren und zentralnervösen Veränderungen spielen auch Stressreaktionen und eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem eine Rolle. Eine frühzeitige, interdisziplinäre Behandlung mit Schmerztherapie, Physiotherapie und psychologische Unterstützung ist entscheidend für den Verlauf.

Zervikale Dystonie

Hat in der Regel neurologische Ursachen und ist häufig mit schmerzhaften Verspannungen und einer Fehlhaltung des Kopfes verbunden. Neben organischen Faktoren können auch funktionelle Komponenten, wie emotionaler Stress, zur Aufrechterhaltung der Symptomatik beitragen. In einigen Fällen spielen unbewusste Anspannungsmuster oder psychische Belastung eine verstärkende Rolle. Die Behandlung umfasst neben physiotherapeutischen Maßnahmen, medikamentösen Therapien auch Psychoedukation und ggf. psychotherapeutische Unterstützung.

Funktionelle neurologische Beschwerden

Funktionelle neurologische Symptome sind real und keineswegs „eingebildet“. Sie entstehen durch eine veränderte Verarbeitung und Steuerung von Körper- und Bewegungsfunktionen im Nervensystem im Sinne einer „Netzwerkstörung“. Häufig finden sich dabei Zusammenhänge mit anhaltendem Stress oder traumatischen Erfahrungen, die die automatische Regulation von Bewegung, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit beeinflussen können. Dazu zählen unter anderem Bewegungsstörungen, Lähmungsgefühle, Sensibilitätsstörungen oder nicht-epileptische Anfälle. Eine verständliche Aufklärung über die zugrunde liegenden Mechanismen sowie eine gezielte, individuelle angepasste Therapie können wesentlich zur Besserung beitragen.

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